Mittwoch, 18. Juli 2012

Studie ! Borreliosetests sind zu 12% falsch !!!!

Diese Studie der Krankenkasse DAK deckt auf......Laut Studienleiter Klaus-Peter Hunfeld vom Krankenhaus Nordwest in Frankfurt am Main liefern 12 % (diese genaue Zahl nannte er in einem Interview mit dem WDR) der momentan verwendeten Standard-Borreliosetests falsche Ergebnisse. Sogar im Deutschen Arzteblatt wurde diese Studie veröffentlicht. Ebenso geht daraus hervor, dass wesentlich mehr Menschen an Borreliose erkranken als bisher angenommen.

Hier einige Auszüge des Artikels aus dem Ärzteblatt.


"........Hamburg – In Deutschland erkranken jedes Jahr mehr Patienten an Lyme-Borreliose als bislang angenommen. Bislang schätzten Experten die Zahl der Infektionen auf rund 60.000 bis 100.000 Fällen pro Jahr. Eine Analyse von Krankenkassendaten der DAK-Gesundheit kommt aber hochgerechnet auf rund 214.000 Neuerkrankungen pro Jahr.
Eine Arbeitsgruppe um den Infektionsepidemiologen und Labormediziner Klaus-Peter Hunfeld vom Krankenhaus Nordwest in Frankfurt am Main wertete die DAK-Abrech­nungs­daten aus. Demnach wurde im Jahr 2007 bei 14.799 Versicherten der DAK-Gesund­heit erstmals eine Borreliose diagnostiziert, 2008 waren es 16.684. Die Angaben beruhen auf kodierten Diagnosen, welche die Autoren im Rahmen der Studie nicht näher überprüften. Eine Hochrechnung auf die gesamte Bevölkerung führte zu der Zahl von 214.000 Infektionen.
Ein Problem bei der Diagnostik sind laut DAK Mängel bei den Qualitätskontrollen verschiedener Labortests für die Borrelienantikörper-Diagnostik. „Hier sind dringend verbindliche Regelungen zur Verbesserung und Vereinheitlichung der Testqualität erforderlich“ sagte Elke Scharnetzky, Expertin für Versorgungsforschung bei der DAK-Gesundheit.
Hinzu komme, dass es für Borreliose derzeit keinen eindeutigen Labortest gebe, der es ohne zusätzliche klinische Information ermögliche, zwischen einer behandlungsbedürftigen und einer zurückliegenden, abgeheilten Infektion zu unterscheiden. Auch der Erfolg einer Therapie lasse sich nicht anhand von Laborwerten überprüfen. Die Labordiagnostik sollte daher nur gezielt bei entsprechendem klinischem Verdacht zum Einsatz kommen......"

Quelle:http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/50476

Montag, 16. Juli 2012

Jetzt auch im Fernsehn !!

nach dem Radiobeitrag bin ich jetzt auch noch in einem Fernsehbeitrag

http://www.wdr.de/tv/markt/sendungsbeitraege/2012/0716/01_borreliose.jsp

Im WDR in der Sendung Markt. Es geht um mich und eine andere Patientin mit der Fehldiagnose MS.

Freitag, 6. Juli 2012

Ich bin im Radio!!!!

http://www.wdr5.de/sendungen/neugier-genuegt/s/d/06.07.2012-10.05/b/eindeutig-uneindeutig.html

Hier könnt ihr euch den Beitrag nochmal anhören....

Bei "Neugier genügt" im Radiosender WDR5 lief heute ein Beitrag zum Thema Borreliose. Ich habe auch einen Sprechanteil mit meiner Geschichte.

Dienstag, 5. Juni 2012

L-Form Bakterien und Multiple Sklerose (MS)

Der Versuch, Krankheiten unbekannter Ätiologie, als “Autoimmunkrankheiten” zu betrachten, hat möglicherweise die Untersuchung für ihre wahre Ursachen eher behindert. Ein gutes Beispiel könnte die Multiple Sklerose sein. Sie wird nach herkömmlichen Verständnis als Autoimmunkrankheit angesehen, die das zentrale Nervensystem angreift.
 Jedoch hat es nicht an Hinweisen gefehlt, die diese Krankheit als eine infektiöse vermuten liessen. Vermutungen hierüber reichen bis zum letzten Jahrhundert und noch weiter zurück.

Da ist das berühmte Beispiel mit den Faröer Inseln und der MS. Die Krankheit war bis zur Ankunft von Britischen Truppen in Zweiten Weltkrieg (1939) völlig unbekannt. Dafür gab es in den darauffolgenden 20 Jahren mehr als 24 Erkrankungen zu verzeichnen; also schien die Krankheit “eingeschleppt” worden zu sein.
In den 20er Jahren hatte der Heidelberger Arzt und Forscher,  Dr. Gabriel Steiner, die Vermutung geäussert, dass MS durch Spirochäten verursacht würde. Er kam zunächst auf die Spirochäten durch “vergleichende Pathologie”, d.h. man sucht eine Krankheit mit bekannten Erreger, deren Symptome der zu untersuchenden Krankheit ähneln. Später gelag G. Steiner der Nachweis der Spyrochäten mit Versilberungstechniken, obwohl die Fachleute von damals und von heute skeptisch waren und noch immer sind. Die Fachwelt verlangt zwar den Nachweis der Bakterien als Ursache, sobald jedoch die Bakterien nachgewiesen sind, werden sie sehr schnell als Co-Infektionen oder Superinfektionen tituliert und damit ausser acht gelassen, frei nach dem Motto “es kann nicht sein, was nicht sein darf”. Ähnlich erging es Alan Cantwell (und Victoria Livingston) mit seinem Buch “The cancer microbe” und ähnlichen Veröffentlichungen über die Ätiologie von Krebs. Diese Veröffentlichung (Englisch) enthält eine sehr gute Zusammenfassung.

Ein Preview der Steiner Arbeit kann im Springerverlag kostenlos besichtigt werden. Er entwickelte auch eine Behandlungsmethode, die aber keinen grossen Erfolg hatte und mittlerweile dürfte auch klar sein, warum nicht. Zellwand-defiziente Bakterien haben nun mal keine Zellwand, die das Antibiotika zerstören kann.
Viele Jahre später wurde diese These wieder aufgeworfen, diesmal von dem Schweizer Hausarzt und Internist Markus Fritzsche. Er untersuchte statistische Korrelationen zwischen weltweiter Zeckenaktivität und MS (und auch Schizophrenie). Man wusste über Schizophrenie schon lange, dass das Risiko, an dieser Krankheit zu erkranken am grössten ist, wenn das Kind in Winter oder im Frührjahr zur Welt kommt.
In den 50er Jahren untersuchte ein Französischer Wissenschafter, Paul Le Gac, die mögliche Behandlung von MS durch Antibiotika (tetrazykline). Er vermutete ebenfalls bakterielle Erreger als Ursache und zwar wieder einen intrazellulären Erreger, die Rikettsien. Seine Arbeiten erstreckten sich bis in die 70er Jahre. Einen Überblick über seine Arbeiten kann man hier lesen.

Lida Mattman, eine annerkante Wissenschaftlerin, die für den Nobelpreis nominiert wurde (1998), isolierte ebenfalls Spirochäten aus der Rückenmarktflüssigkeit von MS-Patienten. Viele Bilder sind in ihrem berühmten Werk “Stealth Pathogens” zu sehen. Ähnliches fand sie bei ALS-Patienten.

Die Suche nach möglichen Pathogenen als Auslöser für die Multiple Sklerose ging weiter: Norwegischen Wissenschafltern fielen  (2001) ebenfalls die von Steiner bekannten Spyrochäten in der Gehirn- und Rückenmarkflüssigkeit von 10 MS-Kranken auf. Besonders interessant war die Entdeckung von deren L-Formen (Infection 29, 315-319(2001)), s. auch Artikel im Nervenaerztebund. Also genau die Form, die Trevor Marshall als Ursache für diese und viele andere Krankheiten (”Autoimmun”) identifiziert hatte. Wobei Marshall nicht nur eine Bakteriensorte berücksichtigte, sondern mehrere. Also eine Abkehr von den sogenannten “Koch Postulaten”, die aus dem 19. Jahrhundert stammen.

Andere Forscher, wie Stratton und Wheldon wiederum identifizierten Chlamydien als möglicher Erreger. Man merke, dass alle Pathogene, die in die engere Auswahl kamen, intrazellulären Erreger sind. Viele Labors rund um den Globus hatten auch mit unterschiedlichen Nachweismethoden Chlamydien DNA bei MS-Patienten entdeckt (zwar nicht bei allen, aber bei statistisch signifikanten Prozensätzen).

Wheldon entwickelte das sogenannten “Wheldon Protokoll”, basierend auf einer Antibiose mit unterschiedlichen Antibiotika. Die beiden Wissenschaftler publizierten ihre Arbeit in September 2006.
Interessanterweise hatte Wheldon ebenfalls die Vermutung, dass neben Chlamydien noch weitere Erreger ihr schädliches Werk treiben. U. a. auch den Epstein-Blarr-Virus. Wheldon: “… It seems likely: we have been living with these beings, their genome trapped within ours, for untold time.”
Ein Konzept, welches von Marshall als “Metagenomics Microbiota” bezeichnet wird. Die Frage, welcher Erreger zuerst kam, ist fast irrelevant. Es ist die statistische Kombination von mehreren intrazellulären Pathogenen über die gesamte Lebenszeit, deren Produkte direkt mit nucleare-Rezeptoren wechselwirken, insbesonders mit dem Vitamin-D-Rezeptor VDR. Ein Effekt, der mittlerweile von Experimenten bestätigt wird: Forscher haben z. B. an lebenden Borrelien Bakterien entdeckt, deren Genen genau ihre Expression beeinflussen. Der VDR war ebenfalls darunter, unter vielen anderen. Alleine der Epstein-Blarr-Virus vermindert die Expression des VDR um einen Faktor von 10.
Siehe Diskussion dazu im Marshallforum sowie das Posting “Das Marshall Model der Autoimmuner-krankungen”.

Die vermutete “genetische Ursache” stellt sich damit in einem ganz anderen Licht dar: Die Gene sind in Ordnung, nur ihre Tranksription ist gestört.
Passend dazu die Beobachtung: Man hat 2007 herausgefunden, dass bei eineiigen Zwillingen, bei denen ein Geschwister an MS erkrankte, die MS Erkrankungswahrscheinlichkeit des anderen am niedrigsten ist, je mehr sich das Kind draussen der Sonne ausgesetzt hatte. Weil vermutlich die angeborene Immunabwehr als Folge der besseren Vitamin-D-Versorgung besser gegen die intrazelullären Parasiten geschützt hat. Nach der Erkrankung jedoch ist der Vitamin-D-Stoffwechsel gestört, wie man in diesem Blog hinreichend lesen kann.
Die Hinweise auf die bakterielle Pathogenesis der MS sowie einer Vielzahl von “unerklärlichen” Autoimmun-Erkrankungen wächst von Jahr zu Jahr. Siehe z.B. den Bericht von US-Forschern, die eine von Bakterien produzierten Substanz (DHC´s) isoliert haben. Die genannte Substanz vermag starke MS-Symptome an Mäusen zu verursachen.
Das soll ein Beispiel einer “Autoimmunkrankheit” sein, deren Gründe viel komplizierter und vielfältiger sind als vermutet wird. Sind aber Pathogene als Erreger in Sicht, besteht auch Hoffnung auf Heilung. Also lohnt es sich in dieser Richtung weiterzudenken, so wie Dr. Gustav Steiner, Lida Mattman, Alan Cantwell, Virginia Livingston und Trevor Marshall.

Die medizinische Welt ist weiterhin skeptisch, aber was hatte man über Louis Pasteur erzählt ?
“La théorie des germes de Louis Pasteur est une fiction ridicule” (*) Pierre Pachet, professor of physiology, Toulouse (1872).
(*)” Die Theorie der Pathogenen von Louis Pasteur ist eine absurde Fiktion”

Quelle: http://autoimmun.net/2009/06/l-form-bakterien-und-multiple-sklerose-ms/

Montag, 4. Juni 2012

Antibiose bei MS

Was spricht für eine Antibiotika-Therapie bei MS?
 Einiges!
 Dies wird in diesem Bericht anschaulich dargestellt.

Hier einige Auszüge aus dem Bericht (aber auch der ganze Text ist unbedingt lesenswert).


"In den 30er Jahren wurde auch eine Spirochäten-Theorie der Multiplen Sklerose diskutiert. Der aus Heidelberg stammende, später nach Chicago emigrierte, Neurologe Gabriel Steiner wies mikroskopisch mit Versilberungstechniken Spirochäten in Herden von MS-Patienten nach [8] und propagierte eine Antibiotika-Therapie. Er und einige andere Forschergruppen, vorwiegend des deutschen Sprachraumes [9, 10], gingen davon aus, daß die von ihnen in den entzündlichen Plaques gefundenen „Borrelien“, wie sie diese schon damals nannten, eine eigene Spezies darstelle (Borrelia myelophthora), welche sie ätiopathogenetisch für MS verantwortlich machten. Zu der sogenannten „Steiner-Dreistufentherapie“ gehörten neben  durchblutungs-fördernden Maßnahmen und Bewegungstherapie auch eine antiinfektiöse Behandlung mit den damals zur Verfügung stehenden Antibiotika, meist mit Tetracyclin oder Oxytetracyclin."

"In den 80er Jahren erkannte man, daß persistierende Infektionen mit Borrelia burgdorferi relativ selten auch zu einer progressiven Enzephalomyelitis führen können [11]. Unbehandelt entsteht dabei ein Krankheitsbild, das einer Multiplen Sklerose mit enzephalitischen Herden relativ ähnlich sieht".

http://www.p-e-g.org/publikationen/ctj/143_146.pdf


Donnerstag, 31. Mai 2012

MS eine Infektionskrankheit ?

Auch die Wissenschaft hat den Zusammenhang zwischen MS und Infektionen entdeckt. Nicht nur der Borreliose-Erreger wird heiß diskutiert, sondern auch Clamydia pneumoniae. Wer also negativ auf Borrelien testet, der sollte auch andere Erreger überprüfen lassen.

s. folgenden Text:

Ist Multiple Sklerose eine Infektionskrankheit des zentralen Nervensystems mit Chlamydia Pneumoniae?
von
Dr. Christoph Stephan und Prof. Wolfgang Stille
erschienen in
Ärze Zeitung Nr. 124 (1999), Seite 2

 




Eine Gruppe von Neurologen, Infektiologen und Pathologen um Subramaniam Sriram aus Nashville im US-Staat Tennessee beschreibt in der aktuellen Ausgabe der "Annals of  Neurology" den Nachweis von Chlamydia pneumoniae bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS). Sind die Ergebnisse für andere Forscher nachvollziehbar, dann ließe sich kurz vor Ende des Jahrtausends, etwas provokant, aber immerhin, konstatieren: Die Ätiologie der MS ist in unerwarteter und bemerkenswert einfacher Weise aufgeklärt, und zwar als chronisch-persistierende Infektion des ZNS mit C. pneumoniae.

In der Studie wurden drei Patientengruppen untersucht: 17 Patienten mit schubförmiger MS (ohne aktuellen Schub), 20 Patienten mit chronisch-progredienter MS, mit nach den Poser-Kriterien gesicherter Diagnose. Als Kontrollgruppe galten 27 Patienten mit anderen neurologischen Krankheitsbildern, aber nicht MS. Die Untersuchungsmethoden:
  • Kultureller Nachweis von C. pneumoniae im Liquor cerebrospinalis,
  • PCR-Amplification (Major outer membrane protein) im Liquor,
  • Quantitative und qualitative Analyse der Antikörper im Liquor mittels ELISA (Enzyme-linked immunosorbent Assay) und Western Blot.
Die Ergebnisse sind eindrucksvoll: In der Gruppe der Patienten mit schubförmiger MS konnte bei 7 von 17 Patienten C. pneumoniae kulturell nachgewiesen werden, bei allen 17 Patienten konnte C.-pneumoniae-Antigen mit der PCR nachgewiesen werden. Die Antikörper-Analyse von Liquor und Serum ergab bei 8 von 17 Patienten einen positiven Index >1 als Ausdruck der autochthonen IgG-Produktion. In der Patientengruppe mit chronisch-progredienter MS war der Nachweis von C. pneumoniae noch eindrucksvoller. Bei 16 von 20 Patienten war C. pneumoniae kulturell nachweisbar, in der PCR bei 19 von 20 Patienten positiv. Mittels Western Blot konnte in dieser Gruppe nachgewiesen werden, daß sich die als oligoklonale Banden bekannten autochthon produzierten IgG im Liquor von C.-pneumoniae-Antigen adsorbieren lassen, ein Hinweis auf die Spezifität der bisher als unspezifisch charakterisierten Antikörper. In der Kontrollgruppe mit anderen neurologischen Krankheitsbildem, die ebenso entzündlicher Genese waren oder eine entzündliche Komponente aufwiesen, waren 3 von 27 Patienten kulturell und 4 von 27 in der PCR positiv.
Die Indices der IgG-Prävalenz in Liquor und Serum lagen bei 21 von 22 untersuchten Patienten-Liquors unter 1, was als Hinweis auf nicht intrathekal gebildete Immunglobuline gedeutet wird. Patienten mit positivem Nachweis hatten Erkrankungen, die möglicherweise auch durch C. pneumoniae bedingt sein könnten.
Die Arbeit zeigt überzeugend das Vorkommen von C.-pneumoniae im Liquor von MS-Patienten. Es gibt keine Berichte von apathogener humaner Besiedelung des ZNS mit Bakterien. Chlamydien gehören als typische Erreger chronisch-persistierender Infektionen keinesfalls in das ZNS von Patienten mit MS.
Die herkömlichen pathogenetischen Modelle gehen bei der MS davon aus, daß autoaggressive T-Zell-Klone endogen Entmarkungs-Läsionen verursachen, möglicherweise aktiviert durch Umweltfaktoren (und hier räumt man auch infektiösen Agentien eine positive ätiologische Bedeutung ein). Bakterielle Erreger als Auslöser der MS wurden aber in den letzten Jahren kaum erwähnt.
C. pneumoniae ist ein erst 1985 entdeckter Erreger mit bisher nicht vollständig geklärter Pathogenität. Außer unterschiedlichen respiratorischen Infektionen ist eine Persistenz des intrazellulären Gram-negativen Erregers im Respirationstrakt bei klinisch Gesunden beschrieben. In den letzten Jahren zeichnete sich zunehmend die Abklärung der Pathogenese der Atherosklerose als chronisch persistierende Gefäßinfektion mit C.-pneumoniae ab.

Auch gibt es epidemiologische Hinweise auf eine infektiologische Ätiologie der MS:
  • Kurtzke fand in der Analyse des epidemiologischen Auftretens der MS auf den Faerör-Inseln ab 1941 starke Hinweise auf einen infektiösen Erreger, der eine chronische Infektion bei klinisch nicht auffälligen Kollektiven verursacht und in seltenen Fällen MS verursacht. Die Charakterisierung des potentiellen Auslösers der MS stimmt mit dem überein, was wir heute schon über C. pneumoniae wissen.
  • Die geographische Epidemiologie der MS ist auffällig: Es gibt ein "Nord-Süd-Gefälle", mit einer absteigenden Prävalenz der MS zum Äquator hin. In Nordeuropa und Nordamerika ist MS häufig. Interessanterweise wird MS auch südlich des Äquators nach Südafrika und Australien/Neuseeland hin wieder häufiger. In Zentral-Afrika, Indien sowie Mittel- und Südamerika ist die MS kein Thema. Diese bemerkenswerte Epidemiologie deckt sich erstaunlich gut mit der Epidemiologie der Atherosklerose

Sonntag, 22. April 2012

Sind auch Co-Erreger die Übeltäter ?

Hier möchte ich mich besonders mit dem Erreger Chlamydophila pneumoniae befassen. Er ist häufig als Co-Erreger bei einer Borrelioseinfektion zu finden. Mehrere Studien deuten auf einen direktren Zusammenhang zwischen der Infektion mit dem Erreger hin, der im Normalfall die Atemwege befällt. 

Wikipedia: Chlamydophila pneumoniae

 

Die Rolle von Chlamydien bei der Multiplen Sklerose

Das Bakterium Chlamydia pneumoniae löst beim Menschen meist leichte Infekte der Atemwege aus. Es kann in menschlichen Zellen, ohne Krankheitssymptome zu machen, überdauern. Dieses Bakterium zog die Aufmerksamkeit der Wissenschaftler auf sich, als sich bei einem MS-Patienten mit einer Infektion des zentralen Nervensystems (ZNS) nach der Behandlung mit Antibiotika auch die MS-Symptome besserten. Weitere Studien sollten klären, ob es einen Zusammenhang zwischen einer Infektion mit Chlamydien und der Entstehung von MS gibt.
Frauen mit MS haben offenbar häufiger eine Infektion mit Chlamydien durchgemacht. Das ergaben Blutanalysen von 141 US-amerikanischen Frauen mit MS und einer Kontrollgruppe. Betrachteten die Forscher die unterschiedlichen Verlaufsformen der MS, so zeigte sich für die schubförmige MS nur ein geringer Zusammenhang zwischen der neurodegenerativen Erkrankung und einer Chlamydien-Infektion. Anders jedoch bei progredienten Verläufen. Unter den Frauen, die bereits eine Chlamydien-Infektion durchgemacht hatten, fand man diese Form der Erkrankung siebenmal häufiger.

Die Forscher können bislang aber noch keine Aussage darüber treffen, ob die Infektion die Entstehung der MS begünstigt oder, ob umgekehrt, die MS das Immunsystem derart beeinflusst, dass es den Erreger nicht bekämpfen kann.

Die Idee, eine Multiple Sklerose allein mit einem Antibiotikum zu behandeln, scheint abwegig, denn hierbei handelt es sich nach geltender Lehrmeinung nicht um eine Infektion, sondern um eine durch verschiedene noch nicht eindeutig geklärte Faktoren verursachte Erkrankung. Dennoch mehren sich die Hinweise, dass Bakterien oder Viren für die Entstehung der MS eine wichtige Rolle spielen, auch wenn sie nicht der Auslöser der Erkrankung sein müssen. In weiteren klinischen Studien soll nun überprüft werden, inwieweit eine Behandlung mit Antibiotika den Verlauf der MS beeinflussen kann. Nach den vorliegenden Ergebnissen gehen die Forscher allerdings davon aus, dass ein Therapieeffekt, wenn überhaupt, eher bei progredienten Verlaufsformen zu erwarten wäre.
(BSMO)

Quelle: http://www.ms-life.de/mslife/ms-nachrichten/news-archiv/content-132398.htmlhttp://www.ms-life.de/mslife/ms-nachrichten/news-archiv/content-132398.html

Dr. Berghoff beschreibt auch den deutlichen Zusammenhang. Interessant ist, daß sich die Behandlung der Infektion gut mit der Behandlung der Borreliose kombinieren läßt.
"Die Behandlung von Cp-Erkrankungen u.a. MS kann sich an der Behandlung der chronischen Lyme-Borreliose orientieren."
http://www.praxis-berghoff.de/dokumente/pathophysiologische_hypothese_chlamydofila_pneumoniae_ms.pdf